Position

Das Kosmos Theater versteht sich als feministisches Haus, das weibliche* Stimmen und damit auch Gender-Balance im Theaterbetrieb fördert.

Unterhaltend, irritierend, ermutigend setzt sich das Kosmos Theater mit Rollenklischees auseinander, bricht stereotype Bilder von Geschlecht und Sexualität auf und schafft positive Identifikationsfiguren. Denn wir können nur werden, was wir uns vorstellen können.

In unseren Theaterproduktionen setzen wir auf zeitgenössische Dramatik, Erst- und Uraufführungen sowie auf eine enge Zusammenarbeit mit Kollektiven aus der Freien Szene.

Das Kosmos Theater setzt mit großer Dringlichkeit auf Partizipation: In Gesprächsformaten vor und nach den Vorstellungen wollen wir zu einem Austausch über Hintergründe und Eindrücke anregen. Die Diversität als oberstes Prinzip einer heterogenen, demokratisch strukturierten Gesellschaft hochhaltend, öffnet das Kosmos Theater seine Räume für themenrelevante Veranstaltungen von kooperierenden Vereinen.

Herstory

Das Kosmos Theater entstand als international einzigartiges Projekt. Barbara Kleins Idee, ein Zentrum für Kunst und Politik zu schaffen, das ausdrücklich Künstler⋆innen gewidmet ist, mündete Ende der 1990er-Jahre in zahlreiche Kunstaktionen, Protestkundgebungen und Interventionen im öffentlichen Raum. Höhepunkt des kreativen zivilen Ungehorsams bildete eine zehn Tage und Nächte anhaltende künstlerische Besetzung des damals leerstehenden Pornokinos Rondell. Wenig später konnten die widerständigen Frauen* von LINK.* Verein für weiblichen Spielraum in das ehemalige „Kosmos-Kino“ in der Siebensterngasse 42 einziehen.

Am 15. Mai 2000 eröffnete der „kosmos.frauenraum“, der 2002 in „KosmosTheater“ umbenannt wurde. Zeitgenössisches Theater fand nun ebenso Raum wie Performances, Tanz, Musik, bildende Kunst, Comedy, Kabarett und Clownerie. Gründungsintendantin Barbara Klein leitete das Haus bis 31. März 2018. Im April haben Veronika Steinböck und Gina Salis-Soglio – nun als Doppelspitze – das Kosmos Theater übernommen.

Das Wiener Kosmos-Kino

Das Haus in der Siebensterngasse 42 hat eine bewegte Geschichte – die immer schon wesentlich von Frauen* (mit-)geprägt wurde. 1914 öffnete das Kosmos-Theater seine Pforten: ein Kino, das sich nicht nur mit seiner anspruchsvollen Programmierung, sondern auch der komfortablen Ausstattung von den kommerziellen Kinos der damaligen Zeit abhob. Aufgrund ausbleibender Besucher*innen wich das Konzept jedoch bald einer kommerzielleren Ausrichtung.
Die neue Konzessions-Inhaberin Karoline Pimperl rüstete das Kino 1930 auf ein modernes Tonfilmtheater um und geriet bald in finanzielle Schwierigkeiten. 1935 verkaufte sie an Anna Lewin, die bereits in Düsseldorf ein Kino geführt hatte und aufgrund ihres jüdischen Ehemanns Deutschland verlassen musste. Das Kosmos-Kino, das Lewin in „Rex-Kino“ umbenannte und zum Bezirksuraufführungskino machte, florierte unter ihrer Führung – bis die Machtergr