Kosmos Theater

Ach Festival, bald geht es los!


von Theresa Luise Gindlstrasser

Wie war das nochmal mit Elvis? Ja. Der lebt. Aber vor allem: Love me tender. Und: Love me true. Dann: All my dreams fulfill. Ach Elvis, möchte ich da sagen, ist nicht deine Erwartungshaltung an ein dich liebendes Gegenüber oder viel mehr an die dadurch bei dir gezeitigten Wohlfühl-Erlebnisse nicht doch ein wenig groß geraten. Steht nicht in jedem einzelnen küchenpsychologischen Selbst-Handwerkstext zu lesen: Schöpfe Traumerfüllung aus dir selbst, aus niemand anderem niemals nie. Sich selbst von jemand anderem oder von etwas anderem her zu verstehen, das ist irgendwie nicht ganz so beeindruckend, nicht ganz so sexy. So ein starkes Individuum, da geht doch irgendwie mehr. So ein zuvorderst gegebenes Selbst, das funktioniert nicht erst als kulturell vermitteltes. Und damit erhält sich neben der Küchenpsychologie auch die Badezimmer-Philosophie einen Platz im Großraumbüro der menschlichen Leidenschaften. Sonst müssten wir am Ende nicht nur mit Freud sagen: Das Ich ist nicht mehr Herr im eigenen Haus. Sondern auch noch: Um Haus zu sein, muss auch Nicht-Haus, also beispielsweise Straße, und muss auch Nachbarschaft, also Nachbarhaus, sein. Und wieso überhaupt, um Himmels Willen, ist da die Rede von „Herr“?

Das KosmosTheater Wien verspricht mit dem vierwöchigen Festival Love me Gender eine großzügige Auseinandersetzung mit einem Begriff, nämlich „gender“, der eingeführt wurde um eine Differenzierung zwischen einem biologischen und einem sozialen Geschlecht vornehmen zu können. Spätestens mit Judith Butler wird auch dieses biologische Geschlecht vor dem Hintergrund einer kulturellen Formatierung gelesen. Das Schlagwort „doing gender“ stellt die gesamte Angelegenheit ins Lichte eines Vollzugs. Darauf verweist der Untertitel des Festivals: „Performing Feminisms“. Dass etwas erst im Vollzug wird was es ist, was es dann also immer schon gewesen ist, aber geworden ist; das ist ein komplexer Gedanke. Ach Elvis, möchte ich da sagen und werde ich noch oft genug.

Werde nämlich das Festival als Bloggerin begleiten. Insgesamt drei Theaterperformances, davon eine Uraufführung, drei Musikperformances, eine Live Art Performance, ein Film und ein Workshop, insgesamt alles das, soll in diesem Rahmen auf die eine oder andere Art und Weise besprochen und dokumentiert werden. Parallel zur Festivalzeit findet sich außerdem eine Installation der bildenden Künstlerin Barbara Ambrusch-Rapp im Foyer des KosmosTheaters. Ach Elvis, bald geht es los!